Entzündungen durch Titanimplantate („Titanallergie“)
Einführung
Unter vielen Chirurgen und leider auch Zahnärzten ist der Glaube verbreitet, es gäbe keine Entzündungsreaktionen auf Titan. Leider passiert das aber bei manchen Menschen. Und da es solche Entzündungen „nicht gibt“, erfolgen dann falsche Beratungen und hilflose Therapieversuche.
Die Wahrheit ist: Menschen, die zu Entzündungen auf Titan neigen, dürfen NIEMALS Titan in Form von Implantaten bekommen.
Dies trifft übrigen auch für Titanklammen zu, die gern nach Operationen zum fixieren der Narben verwendet werden. Allerdings ist hier die Abhilfe einfacher. Man kann die Klammern entfernen, und dann stoppt auch die Eiterung relativ schnell. (Siehe Fallbericht unten)
Fall 1: Eiterungen an einer Operationsnarbe durch Titanklammern
Dieser Patient wusste durch einen früheren Epikutantest, dass er auf Titan mit Entzündungen reagiert (siehe Fotos unten vom selben Patienten).
Als er 2009 operiert wurde, wies er die Ärzte darauf hin. Trotzdem wurde die Operationswunde dann mit Titan geklammert, weil es laut Auskunft der Chirurgen „solche Reaktionen gar nicht gäbe“.
Nach einigen Tagen begann sich die Narbe um die Klammern herum zu röten und dann zu eitern. Der Patient wies nochmals auf seine Unverträglichkeit hin, und die Ärzte beschlossen dann, ihm zu glauben und ließen die Titanklammern entfernen. Statt dessen wurde die Wunde nun mit Pflastern zusammengehalten. Daraufhin stoppte die Eiterung.
Bis zum vollständigen Verschwinden der Rötungen dauerte es allerdings mehr als zwei Monate (siehe Foto 4).
Da keine Antibiotika oder zusätzliche Desinfektion angewendet wurden, beweist dies auch, dass keine Bakterien der Auslöser für die Eiterung gewesen sind.
Fotodokumentation
1. mit Titan geklammtere Wunde
2. Eiterbildung (Foto direkt nach Entfernen der Titanklammern)
3. Eiter verschwindet, wenn zum Klammern Pflaster verwendet werden
4. Wunde ist gut verheilt, aber noch leichte Rötung vorhanden (Foto nach 8 Wochen)
Wirkmechanismus der Entzündungen durch Titan
Reaktionen auf Titan sind keine echte Allergie, wie sie gegen bestimmte Eiweiße bestehen kann, sonder hier werden Makrophagen (Fresszellen) aktiv, die nach Kontakt mit Titanoxid im Körper Entzündungssubstanzen freisetzen (vor allem TNF-α und Interleukin-1).
Wie stark der Körper dann darauf mit tatsächlichen Entzündungen reagiert, hängt von Zusatzfaktoren ab. Bestimmte genetische Faktoren steigern das Risiko, auf Titan mit Entzündungen zu reagieren.
→ Fachinformation beim Labor IMD Berlin:
https://www.imd-berlin.de/fachinformationen/diagnostikinformationen/titan-unvertraeglichkeit
Wie schnell sich Entzündungen an Titan-Implantaten bilden, kann sehr unterschiedlich sein. Max Daunderer berichtet in seiner Fachinformation zu Titan, dass diese durchaus erst 1 oder 2 Jahre nach Einbringen des Implantats beginnen können.
Diese Metallallergie führt dann zu erheblichen Schmerzen und einer lokalen Osteoporose. [1]
Einzige Abhilfe: restloses Entfernen des Implantats
Von Titanreaktionen Betroffene müssen auch bei Arzneimitteln aufpassen. Zahlreichen Medikamenten wird auch heute noch Titan zugemischt – aus dem einzigen Grund, damit die Pillen und Presslinge damit schön weiß aussehen.
Wer auf Titan reagiert, sollte solche Präparate strikt meiden.
[1] Fachinfo zu Titan von Dr. Max Daunderer (Stand 2006, enthält auch eine Liste von Arzneimtiteln mit Titanzusatz)
Epikutantest auf Unverträglichkeit von Titan
Dies ist die günstigste Möglichkeit, Entzündungsreaktionen durch Titan nachzuweisen.
Angeboten wurde dieser Test z.B. vom bekannten Toxikologen Dr. Max Daunderer, der inzwischen verstorben ist.
Max Daunderer hat auch in Deutschland als einer der ersten auf die Gefährlichkeit und konkreten Auswirkungen von Schwermetallen, insbesondere Quecksilber und Amalgam, hingewiesen. Ebenfalls verdanken wir ihm, dass in Deutschland recht früh die Schwermetallausleitung mit DMSA bekannt wurde, die jedoch nach 25 Jahren Nutzung im Jahr 2016 für Heilpraktiker verboten wurde.
Sie kennen solche Test vielleicht von Allergietests auf Pollen, Gräsern usw. Dabei wird auf die Haut am Arm ein großes Pflaster geklebt, auf dem sich mehrere kleine Pads befinden, die die zu testenden Substanzen in hoher Verdünnung enthalten. Wenn eine Allergie auf einen Stoff vorliegt, entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit eine Rötung.
Da die Entzündungsreaktionen auf Metalle deutlich langsamer ablaufen, muss in der hier geschilderten Ausführung das Testpflaster 7 Tage lang getragen werden. Rötungen treten erst nach dieser Zeit auf und können sich auch noch nach dem Abnehmen des Pflasters entwickeln. Daher sollte nach dem Abnehmen des Pflasters der entsprechende Bereich fotografiert werden, und zwar nach 1 Stunde, 12 und 24 Stunden.
Wegen der Gefährlichkeit solcher Entzündungsreaktionen sind die Testsubstanzen auf dem Pflaster sehr stark verdünnt. Man will maximal eine leichte Rötung provozieren, um den Körper zu schonen.
Fotodokumentation eines Epikutantests
1) Auflistung der getesteten Stoffe
2) Anleitung
3) Photo vom Test „Metalle und Basiskunststoffe“ nach dem Abnehmen des Pflasters,
Sichtbare Reaktionen bei 1. Kadmium, 2 Eugenol, 3 Platin, 4 Nickel, 5 Gold, 7 Palladium, 8 Titan, 10 Methylmetaacrylat
Mir ist nicht bekannt, ob gegenwärtig noch Toxikologen existieren, die einen solchen Test in Deutschland anbieten und auswerten.
Titanstimulationstest an Makrophagen + genetischer Test
Dies ist die aktuelle Variante eines Test, ob Titan vertragen wird, angeboten z.B. vom IMD Potsdam
Kosten:
– Titanstimulationstest ca. 56 Euro
– Bestimmung der genetischen Risikofaktoren ca. 187 Euro (beide Preise von 2026)
https://www.imd-berlin.de/fachinformationen/diagnostikinformationen/titan-unvertraeglichkeit
Schlussfolgerung
Falls bei Ihnen das Einsetzen eines Implantats oder Zahnimplantats geplant ist, sollten Sie vorher unbedingt einen Test auf Entzündungen durch Titan durchführen lassen. Wenn dieser Test eine Reaktion anzeigt, dürfen bei Ihnen nur andere Materialen verwendet werden!
Beispielsweise gibt es für diesen Zweck Zahnimplantate, die nur aus Zirkonoxid-Keramik bestehen, und kein Titan enthalten.



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